Digitale Transformation anpacken – ein Kommentar von Dr. Gero Presser

Die Digitale Transformation treibt sämtliche Unternehmen um. Wer etwas auf sich hält, will „digital werden“. Das Problem: keiner weiß so wirklich wie. In seinem Gastbeitrag kommentiert Dr. Gero Presser die digitale Orientierungslosigkeit. Und zeigt, was wir jetzt brauchen.

Die ganze Welt redet derzeit über die Digitale Transformation. Persönlich war ich in vielen Veranstaltungen in unterschiedlichen Rollen und merke: der gesamte Mittelstand wird mit dem Thema (zurecht) aufgeschreckt. Jeder weiß „Wir müssen digital werden“. Keiner weiß wie. Die Berater kommen mit Top-Down Keulen, die erstmal die „Digital Readiness“ bestimmen – und ziemlich theoretisch sind. Notgedrungen. Faktisch ist das auch richtig und wichtig, praktisch „erwischt“ man den Mittelstand damit aber häufig nicht bei seiner Kultur.

Am liebsten würden viele im Mittelstand ein Produkt installieren und digital sein. Oder morgen aufwachen und das Thema ist endlich vorbei.

Das geht natürlich nicht.

Auch ist klar, dass Digitale Transformation nicht nur IT ist und viel mit Geschäftsmodellen zu tun hat. Natürlich muss man theoretisch reden.

 

Trotzdem: es hat auch mit IT zu tun

Und mit Menschen. Deren Denkhaltung, Befähigung und Kommunikation. Es klappt nur mit Menschen, die fit für das digitale Zeitalter sind.

D.h., man muss alle Mitarbeiter ins digitale Zeitalter „hieven“. Zumindest viele. Ich habe Diskussionen begleitet, wo es um Fragen wie „Alle Mitarbeiter freien Internetzugang?“ ging und „jeder eine E-Mail-Adresse?“. Wir stehen noch am Anfang.

Nun der Brückenschlag: wenn es überhaupt eine Gattung Software gibt, die wirklich für die flächendeckende Digitalisierung einer Organisation sorgen kann und alle Mitarbeiter mitnimmt, dann ist es der Digital Workplace. Häufig auch noch bekannt als das Mitarbeiterportal oder von mir aus auch das Intranet.

 

An den Digital Workplace sind alle Mitarbeiter „angeschlossen“

Er beginnt mit der einfachen Informationsverteilung. Personalisiert und in beide Richtungen, also auch als Self-Service. Dazu gehört aber auch die Umsetzung von Prozessen: Der Digital Workplace ist die Trägerplattform für Applikationen, die Vorgänge im Unternehmen digitalisieren. Heute dies, morgen das.

Und er reicht hin zur Kommunikation, die vollkommen umgekrempelt wird. Sie verläuft quer zur Organisationsstruktur entlang von Themen, Mitarbeiter organisieren sich selbst in Projekträumen.

Der Digital Workplace ist die Chance, einen konsequenten und weitreichenden Schritt in die Zukunft der Digitalisierung zu machen – und dabei die Mitarbeiter nicht zurückzulassen sondern mitzunehmen. Wer heute elektronisch Urlaub beantragt, hat morgen Anregungen für die Digitalisierung anderer Vorgänge in seinem Umfeld, übermorgen vielleicht entscheidende Anregungen für das Gesamtgeschäft.

Und das beinhaltet explizit auch Mitarbeiter in der Produktion, die über ein Kiosk-System zugeschaltet sind. Oder Mitarbeiter im Home-Office und in Tochtergesellschaften.

Aus meiner Sicht ist hier eine echte Chance im Mittelstand. Einerseits ist das gut für uns, schließlich machen wir das bei QuinScape seit 15 Jahren (recht erfolgreich mit Intrexx). Andererseits aber auch für unsere Zukunft. Wir brauchen nun mal das Rückgrat Mittelstand, das erfolgreich in das digitale Zeitalter „transformiert“!

 

Über den Autor Dr. Gero Presser

Dr. Gero Presser, Geschäftsführender Gesellschafter der QuinScape GmbH

Dr. Gero Presser, Geschäftsführender Gesellschafter der QuinScape GmbH

Dr. Gero Presser ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter der in Dortmund ansässigen QuinScape GmbH. QuinScape positioniert sich als am deutschsprachigen Markt führender Systemintegrator für die Plattformen Talend, Jaspersoft/Spotfire, Kony und Intrexx und betreut mit 100 Mitarbeiter namhafte Kunden im Mittelstand, im Konzernumfeld und der öffentlichen Verwaltung.

Gero Presser hat über Entscheidungstheorie im Umfeld der Künstlichen Intelligenz promoviert und ist bei QuinScape verantwortlich für den Aufbau des Geschäftsfelds Business Intelligence mit den Schwerpunkten Analytics und Integration.

2017-01-16T15:09:20+00:00

About the Author:

Leave A Comment