Glücklich, vernetzt und kreativ im Coworking Space

Schmuddelwetter, Schneematsch, ungemütliche Temperaturen – der Winter ist gerade vorbei und weiter geht es mit Aprilwetter von der üblen Sorte. Der Blick in das Grauingrau vor dem Bürofenster macht die Sache nicht besser. Wieso also nicht raus aus dem Büro und dort arbeiten, wo es schön ist? Das Zauberwort heißt Coworking Space. Was es damit auf sich hat und wieso sie ein Ausblick auf die Zukunft der Arbeit sind, erfahrt ihr in diesem Beitrag!

Winterquartier im Süden oder Sommerfrische auf einer Ostseeinsel gefällig? Die paar Urlaubstage im Jahr reichen aber bei weitem nicht? Immer mehr Menschen ergreifen die Möglichkeit, in einem Coworking Space an einem beliebigen Ort zu arbeiten. Besonders attraktiv ist diese Form der Arbeit für Millennials mit ihrem digitalen, flexiblen und kollektiven Mind-Set. Bis 2025 werden diese vermutlich 75% aller Arbeitskräfte ausmachen. Und schon heute zeichnet sich ab, dass der traditionelle Büro-Alltag bei der Generation Z keine Chance hat.

 

Was hat es mit Coworking Spaces auf sich?

Auf den ersten Blick stellen Coworking Spaces lediglich Arbeitsplätze und die technische Infrastruktur zeitlich befristet zur Verfügung – jeder kann sich flexibel einmieten und von hier aus arbeiten. Der Gedanke dahinter geht darüber aber weit hinaus: in den meist größeren, offenen Räumen arbeiten die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Kreative, Freiberufler, Startups, digitale Nomaden oder auch Mitarbeiter etablierter Unternehmen. Sie können unabhängig von aneinander an ganz unterschiedlichen Dingen arbeiten oder auch gemeinsam Projekte verwirklichen und Ideen entwickeln.

Patrick Henrici von der Berliner Firma Spacebase beschreibt sie außerdem als „Real-Life-LinkedIn“: die Besucher knüpfen hier Kontakte und finden Mitstreiter, zum Beispiel, wenn der Geschäftsführer eines Startups auf dem Flur einen freiberuflichen Designer trifft. Es geht also darum, zusammen zu arbeiten, sich zu vernetzen und voneinander zu lernen.

Macherthon 2014 im Coworking Space Grünhof Freiburg

Auch Workshops gehören zum Coworking-Konzept: „Macherthon“ 2014 im Grünhof in Freiburg

 

Der Coworking Space – nur etwas für Techies, Startups und Freelancer?

Die Tech-Industrie gehört ganz klar zu den Treibern der Popularität von Coworking Spaces. Die Sonderform der sogenannten FabLabs unterstreicht das ganz deutlich: hier können verschiedene hochtechnologische Geräte wie 3D-Drucker oder Großrechner für Experimente und Geschäftsideen genutzt werden. Doch auch wenn alles mit Freelancern, Gründern und Techies angefangen hat, gewinnen Co-Working-Spaces auch für andere Gruppen immer mehr an Bedeutung.

Aufgrund der flexiblen Nutzung sind sie auch für viele Unternehmen zu einem Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden. So helfen sie dabei, Spitzen im Flächenbedarf zu puffern, zum Beispiel bei umfangreichen Projekten mit einer größeren Zahl externer Mitarbeiter. Außerdem kann die räumlich flexible Arbeit in einem liebevoll eingerichtete Coworking Space die Motivation der Mitarbeiter fördern. Die neue Arbeitsatmosphäre führt zu effizienterer Arbeit und einer stärkeren Identifikation mit den eigenen Aufgaben. Das spielt angesichts der Tatsache, dass weltweit nur 13% der Beschäftigten sehr motiviert sind, eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Nicht zuletzt können Coworking Spaces dank der Zusammensetzung ihrer Nutzer auch als kreativer Nährboden für Ideen dienen. Unternehmen können diesen im Sinne von Open Innovation für Innovationsprozesse nutzen. In den USA sind Coworking Spaces sogar häufig an Startup-Inkubatoren von etablierten Unternehmen angegliedert.

Flexibles arbeiten im Coworking Space betahaus in Berlin

Flexibles arbeiten im Coworking Space betahaus in Berlin

 

Brauche ich bestimmte Software für das Coworking?

Ohne die technischen Errungenschaften der Digitalisierung wären Coworking Spaces in ihrer heutigen Form nur schwer denkbar. Webbasierte Applikationen machen die Arbeit von überall aus möglich – vorausgesetzt, es gibt eine Internetverbindung. Immer mehr Unternehmen bauen ihr Unternehmensportal zum sogenannten Digital Workplace aus. So können die Beschäftigten ortsungebunden über das Web auf alle benötigten Informationen, Tools und Geschäftsprozesse zugreifen.

Durch den Einsatz von Social Collaboration Lösungen können Beschäftigte auch dann an der Kommunikation in ihrem „Heimatunternehmen“ teilnehmen, wenn sie in einem Coworking Space in einer anderen Stadt sitzen. Standortgrenzen werden so zur Nebensache. Die Arbeit an einem selbstgewählten Ort fördert Motivation und Kreativität – und bei Fragen sind die Kollegen „zuhause“ jederzeit über das Collaboration-Tool im Unternehmensportal erreichbar. So wird ein Ortswechsel auf Zeit auch für festangestellte Bürohengste möglich.

Ruhige Arbeitsatmosphäre im Coworking Space La Cordée in Morez

Ruhige Arbeitsatmosphäre im Coworking Space La Cordée in Morez

 

 

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Wo sind die schönsten Coworking Spaces?

Die Zahl der Coworking Spaces steigt sprunghaft. Allein in Deutschland sind es mittlerweile über 300, weltweit an die 2500. Hier stellen wir euch beispielhaft Coworking Spaces in drei verschiedenen Städten – und eines auf dem Land – vor.

 

betahaus, Berlin / Deutschland

www.betahaus.com/berlin

Eines der bekanntesten Coworking Spaces der Hauptstadt. Genauer gesagt im Herzen von Kreuzberg. In den Anfängen 2009 ein „Startup für Startups“. Inzwischen arbeiten hier ca. 350 Coworker auf 3000 Quadratmetern. Es gibt spannende Netzwerkevents, wöchentliche Seminare und italienisches Essen. Berlin wird zu klein? Mittlerweile gibt es auch Ableger in Barcelona, Hamburg und Sofia!

 

Hubud, Ubud / Bali

www.hubud.org

Eine mit Sicherheit ganz andere Arbeitsatmosphäre erwartet euch im Hubud auf der indonesischen Insel Bali. Dieses legt seinen Fokus auf den Community-Aspekt des Coworking. Hier arbeiten monatlich bis zu 200 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Branchen zusammen – entweder langfristig oder auch nur tagesweise. Es gibt zahlreiche Events – zum Beispiel die legendären „FuckUp Nights“ in denen Gründer berichten, was bei ihnen schiefgelaufen ist – und sogar ein Podcast zur Zukunft der Arbeit.

 

Grünhof, Freiburg / Deutschland

www.gruenhof.org

Mit interessanten Menschen an einem inspirierenden Ort zusammen zu arbeiten geht auch im Süden Deutschlands. Zum Beispiel im Freiburger Grünhof. Dieser beschreibt sich selbst als „Inkubator und Heimat für die Startup-, Nachhaltigkeits- und Kreativszene der Region“. Hier treffen Punks auf Bänker*innen und Geschäftsleute auf Studenten*innen. Angebote wie der 42-Stunden-Workshop „Macherthon“, das Unternehmer-Praktikum „Unternehmenslust“ und das Café Pow runden das Angebot ab.

 

La Cordée, Morez / Frankreich

www.la-cordee.net

Coworking gibt es nicht nur in hippen Großstädten, sondern es hat und bietet auch auf dem Land Perspektiven. So zum Beispiel in der französischen Kleinstadt Morez nahe der Schweizer Grenze. Verschiedene private und öffentliche Akteure des 5000-Seelen Ortes im Hochjura setzten sich dafür ein, das Coworking Space La Cordée hierherzuholen. Es wurde ein Ort zur Vernetzung für die Kreativszene der Region. Das ortsunabhängige Arbeiten ermöglicht es jungen Menschen, sich in einer ländlichen Region aufzuhalten, ohne berufliche Nachteile zu haben. Bei den Netzpiloten gibt es übrigens einen interessanten Post über Coworking auf dem Land!

Coworking auf dem-Land im La Cordée in Morez

Coworking auf dem-Land im La Cordée in Morez

 

Was haltet ihr von Coworking? Habt ihr es schon einmal ausprobiert, egal ob als Freelancer oder Angestellte? Wir freuen uns, von euren Erfahrungen zu hören!

2016-11-10T13:14:47+01:00

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Christoph Herzog betreibt den Blog www.arbeitsplatz40.de seit Januar 2016. Der Literatur- und Kulturwissenschaftler interessiert sich für die Berührungspunkte von (Arbeits-) Kultur und Technologie: Wie verändert die Digitalisierung unsere Art zu arbeiten? Und welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus?

One Comment

  1. […] hochfahren. Und er muss dafür nicht ins Büro fahren, sondern kann es auch zu Hause, im Zug oder sogar im Café […]

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