Frischer Wind für alte Segel: Wiederkehrende Themen im Intranet spannend aufbereitet

Täglich grüßt das Murmeltier: Sie müssen die Kolleginnen und Kollegen im Intranet immer wieder aufs Neue für Ihr Thema begeistern? Ob monatliches Reporting oder regelmäßige Veranstaltungen: Mit den folgenden Tipps halten Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Leser hoch – und machen sich die Arbeit leichter.

1. Fragen Sie sich zuerst: Muss ich überhaupt darüber berichten?

Viele Texte im Intranet sind für den Leser nur eins: Ballast.

Ein Beispiel: Eine Anwendung erhält regelmäßig ein Update. Sollte es dazu eine Info im Intranet geben? Nein! Denn die Änderung sind nur für diejenigen interessant, die die Anwendung tatsächlich nutzen – und vor allem nur in dem Moment, in dem sie sich einwählen!

Liefern Sie nur Inhalte, die für den Leser tatsächlich ein Mehrwert sind.
Vor allem wiederkehrende Themen werden selten hinterfragt: Wann benötigen die Mitarbeitenden die Information? Wozu? Wissen sie, wo sie diese bei Bedarf finden?

Prüfen Sie genau, ob Sie sich ein Bericht im Intranet darüber lohnt – oder ob Sie die Info nicht nur an der Stelle platzieren, wo die Zielgruppe den Mehrwert spürt.

Bitten Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen an dieser Stelle um ein Feedback. Finden diese sich nach dem Update zurecht? Wo klemmt es? Diese Reaktionen (und was das Unternehmen daraus für Schlüsse zieht) können später Futter für einen spannenden Beitrag im Intranet sein.

 

2. Liefern Sie Inhalte

Auch im Intranet zählen die Inhalte

Auch im Intranet zählen die Inhalte

In Filmen, die in den 30er Jahren spielen, sieht man hin und wieder einen Zeitungsjungen. Meist schwenkt er eine Zeitung und macht lautstark auf sich aufmerksam.

Keiner der Jungs schreit: „Die neueste Ausgabe des Abendblatts wurde soeben gedruckt“? Nein, der Zeitungsjunge will verkaufen. Deshalb brüllt er die Schlagzeile der ersten Seite in die Welt: „Börse kurz vor dem Crash“ oder „Gibt es jetzt Neuwahlen?“.  Erst danach folgt der diskrete Hinweis „Alles dazu jetzt im Abendblatt“.

Wir können viel von diesen Jungen lernen – auch, wenn wir keine reißerischen Schlagzeilen zu verkünden haben. Denn der Kerngedanke lautet: Liefern Sie Inhalte!

Vermeiden Sie Einstiege wie diese:

  • Es ist wieder so weit: …
  • Neues aus unserer Reihe „Neue Mitarbeiter“ …
  • Auch in diesem Jahr …
  • Wie schon im vergangenen Jahr …
  • Schon zum 10. Mal …
  • Wie bereits angekündigt …
  • Wie Sie wissen …

Formulieren Sie stattdessen eine Schlagzeile!

Sie glauben, die gibt es bei Ihrem Thema nicht? Oft sind wir nur betriebsblind. Fragen Sie sich:

  • Was ist anders als die Male zuvor? Das kann auch eine Kleinigkeit sein.
  • Gibt es einen spannenden Fakt, eine überraschende Zahl?
  • Ist der Ort, die Zeit, ein Teilnehmender besonders interessant?

Das interne Seminarangebot muss angeteasert werden? Dann starten Sie mit einem Fakt, den es nur in diesem Jahr gibt: Das kann ein aktuelles Seminarthema sein, die große Anzahl an Seminarangeboten, ein namhafter Trainer, neu ausgestattete Räume und vieles mehr.

Sie möchten einen neuen Mitarbeiter vorstellen? Nennen Sie nicht nur Namen, Alter und Position. Holen Sie sich einen O-Ton von dieser Person ein oder picken Sie sich ein spannendes Detail aus dem Lebenslauf heraus.

Oft finden sich gleich mehrere interessante Aspekte. Im Teaser bringen Sie aber nur einen. Im Fließtext können Sie dann mit den anderen Neuigkeiten starten und Ihre Kolleginnen und Kollegen damit in den Text ziehen.

 

3. Sprechen Sie die Zielgruppe direkt an

Sie haben gründlich über Punkt 1 und 2 nachgedacht und finden keinen neuen, interessanten Aspekt? Auf eine Ankündigung können Sie auch nicht verzichten?

Nutzen Sie Schlüsselbegriffe in der Headline:

  • Nur für unsere IT-Spezialisten: Die aktuellen …
  • Wertvoll für alle, die . (Zielgruppe beschreiben)
  • Damit Sie schnell entscheiden können: …
  • Expertenwissen für Kundenberater: Die neuesten …
  • Eltern aufgepasst: …

Die jeweilige Zielgruppe wird von diesen Begriffen magisch angezogen – selbst, wenn sie das Thema kennt.

Denn zum einen wollen wir nichts verpassen und zum anderen fühlen wir uns wertgeschätzt, wenn man uns in unserer Rolle wahrnimmt.

Spielen Sie verschiedene Varianten bei der Zielgruppenansprache durch. Sie werden erstaunt sein, wie viele Möglichkeiten es gibt.

 

4. Nutzen Sie den Spieltrieb …

Fordern Sie Ihre Leser ab und zu heraus. Verschaffen Sie sich Aufmerksamkeit, indem Sie zu Ihrem Thema…

Wir wollen doch alle nur spielen, oder

Wir wollen doch alle nur spielen, oder?

  • ein Rätsel stellen
  • einen Fehler einbauen (und danach suchen lassen)
  • Feedback einfordern
  • ein Gewinnspiel initiieren

Das kann funktionieren – muss es aber nicht. Doch hier gilt: Ausprobieren!

Tipp: Nicht zu simpel aufbauen! Mitarbeitende sind sehr sensibel bei solchen Themen – sie haben Spaß daran, mit ihrem Wissen zu glänzen und suchen den Kitzel. Eine Frage, die jeder beantworten kann, ist keine Herausforderung.

 

5. Erzählen Sie Geschichten …

Das Grundbedürfnis des Menschen ist teilzuhaben. Trockene, immer wiederkehrende Fakten können wir deshalb auch durch „Entstehungs-Geschichten“ aufpeppen.

Liefern Sie Ihren Lesern „buntes“ Hintergrundwissen: Wer stellt die Zahlen jeden Monat zusammen? Wer macht was? Gibt es ein neues Gesicht? Sammeln Sie O-Töne der Kolleginnen und Kollegen.

Bauen Sie die Nachricht dann kurz und selbstbewusst auf:

Montags ist für Walter Hahn „xxx“-Tag. Dann stellt er für Sie xxx zusammen.

Schreiben Sie jedoch nicht:
Wir möchten Ihnen gerne vorstellen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen jedes Mal xxx …

 

Fazit

Es gibt viele kreative Wege, wiederkehrende Themen abwechslungsreich aufzubereiten.

Der leichteste Weg ist die Idee 2: Bringen Sie Inhalte an die Oberfläche. Picken Sie sich einen Aspekt heraus: Sie können diesen auch mit etwas vergleichen, eine Frage dazu stellen oder ihn in einen aktuellen Zusammenhang bringen. Das kostet zwar alles ein wenig Zeit, ist aber deutlich wirkungsvoller!  Und es macht viel mehr Spaß!

 

Über die Autorin Ania Dornheim von Textwende

Ania Dornheim

Ania Dornheim

Ania Dornheim ist seit fast 20 Jahren als Texterin, Trainerin, Coach und Kommunikationsberaterin aktiv. Sie begeistert sich besonders für knifflige Aufgaben: Wie z. B. wird aus einem trockenen Thema ein lebendiger Text? Und wie überzeugt man Fachabteilungen davon, dass Texte lebendig sein müssen?

Textwende unterstützt Redaktionen, die Content-Qualität nachhaltig zu verbessern und Abstimmungsprozesse zu vereinfachen. Die Texterinnen und Trainerinnen betreiben auf ihrer Website auch einen Blog mit vielen Tipps.

2018-03-12T10:09:34+00:00

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